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Reform-Ideen werden trotzdem abgelehnt

B2B-Newsletter > NL 3/23
Pensionen: Nur jeder 4. vertraut dem staatlichen System. Reform-Ideen werden abgelehnt.
"Global Pension Report": Österreichs Pensionssytem nur im Mittelfeld

In einer aktuellen Umfrage, die das Linzer Market-Institut für den STANDARD durchgeführt hat, bejahten
nur 8 % die Aussage "Ich vertraue dem Pensionssystem“ vollständig und weitere 18 % stimmten überwiegend zu. In Summe also nur 26 %.
Umgekehrt gaben nur 20 % zu Papier, dass, "wer heute Pensionsbeiträge zahlt, sich darauf verlassen kann, im Alter eine angemessene Pension zu beziehen", zitiert der STANDARD am 22.5. aus dieser Befragung und präsentiert zahlreiche interessante Graphiken, hier zum Nachlesen…


Graphik: DER STANDARD

Gibt es Zustimmung zu Reformideen?
Auf die Frage, ob die „Politik genug tue, um das Pensionssystem langfristig zu sichern“, antworteten die Befragten mehrheitlich kritisch. 31 % verteilen die Schulnote „fünf“, 21 % einen Vierer.

Aber was soll die Politik tun?
Die Umfrage zeigt praktisch die „Unmöglichkeit der Reform“ auf, möchte man nicht die Mehrheit der Wähler verlieren. Zwar wird das Problem einer Reform seit Jahren immer drängender. Aber immer unmöglicher, weil sich gleichzeitig die Altersverteilung innerhalb der Bevölkerung seit Jahren zugunsten der Älteren verändert. Ein paar Zahlen:

Wie bereits berichtet, waren 2021 19,4% der Österreicher:innen über 65 Jahre alt. Dieser Prozentsatz steigt bis 2060 auf 27% an. Eine enorme Belastung für das Sozialsystem insgesamt (Gesundheitssystem, Pflege). Aber besonders für das Pensionssystem, weil gleichzeitig seit Jahren immer weniger Kinder geboren werden. "Während 1950 auf eine Person im Pensionsalter noch sechs Personen im erwerbsfähigen Alter kamen, so sind es heute nur noch drei Personen und 2040 werden es nur noch zwei sein".

Das setze die umlagefinanzierten Sicherungssysteme wie Pensionen oder Gesundheit unter Finanzierungsdruck, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Hier zum Nachlesen…


Reformideen?
• Lösungsansatz: Weniger Pension
Am wenigsten attraktiv gilt den Befragten eine Senkung der Pensionshöhe. 37 % lehnen das völlig und 14 % überwiegend ab. Also eine deutliche Mehrheit dagegen, quer durch alle Altersgruppen und Parteienzugehörigkeit.

• Lösungsansatz: Höhere Steuern und Beiträge
Eine Möglichkeit zur künftigen Absicherung des staatlichen Pensionssystem wäre die Anhebung der Pensionsbeiträge der Aktiven. Dafür gibt es die leicht negative Schulnote 3,18.

Oder eine noch stärkere Defizitabdeckung durch das Budget, was durch höhere Steuern finanziert werden müsste. Dafür gibt es nur die Durchschnittsnote 2,6.

• Lösungsansatz: Länger arbeiten
Oft diskutiertes und sehr wirksames Mittel zur Absicherung der Pensionen ist die Erhöhung des Pensionsantrittsalters. Auch nicht sehr populär (Note 3,16). Wobei sich hier – fast logisch – deutlich konträre Antworten zwischen jungen und alten Befragten zeigen.

Übrigens wird die Aussage, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter derzeit schon zu hoch sei, von 29 % mehr oder weniger stark unterstützt. Und jeder dritte Befragte gibt zu verstehen, selbst so früh wie möglich in Pension gehen zu wollen.

• Breite Mehrheit für Vollzeitarbeit. Echt jetzt?
Der Aussage "Um das Pensionssystem zu finanzieren, müssen wieder mehr Menschen Vollzeit arbeiten" stimmt eine Mehrheit zu. 41 % vergaben einen Einser, weitere 24 % einen Zweier.

Dieses Detail-Ergebnis lässt aber die bereits existierende Realität außer Acht, nämlich dass Frauen aufgrund von Betreuungspflichten viele Jahre in Teilzeit „arbeiten müssen“. Aktuelle Zahlen finden Sie in unserem Beitrag „Altersarmut ist weiblich“ hier…

Und obendrein sieht man als „neuen Trend“, dass jüngere Menschen heute mehr auf Ihre Work-Life-Balance wertlegen, also bewusst weniger arbeiten wollen und dafür auch Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Somit sollte dieses Detail-Ergebnis kritisch hinterfragt werden, denn die Antworten dürften der Realität kaum entsprechen.

Die detaillierten Umfrage-Ergebnisse und Graphiken können Sie im STANDARD und zwar hier nachlesen…


B) Österreichs Pensionssystem nur noch im Mittelfeld

Der internationale „Global Pension Report“ untersuchte 75 Staaten. Österreich liegt mit einer Note von 3,4 im mittleren Drittel. Der Report zeigt – wie viele andere vorher auch - die schon lange bekannten Probleme der Umlagesysteme auf. Durch gestiegene Lebenserwartung / Überalterung wächst der Anteil der über-65-jährigen deutlich an, während gleichzeitig weniger Junge nachkommen. Der Generationenvertrag wird überall brüchig. Reformen seien nötig, um die Nachhaltigkeit des Systems zu sichern.


Graphik links: Öffentliche Ausgaben für Altersleistungen, Quelle Global Pension Report
Auch höhere Beiträge in der betrieblichen und privaten Vorsorge „dürfen kein Tabu“ sein.
Fakt ist: Österreichs Pensionist:innen genießen aktuell rund 25 Jahre ihre Pension. Im Vergleich dazu war im Jahr 1955 - als das ASVG durch das Parlament ging - der Durchschnittsmann bereits tot, als er mit 65 in Pension konnte. An diese Tatsache erinnerte Winfried Pinggera, Direktor der Pensions- versicherungsanstalt. Hier zum Nachlesen…

Graphik links: Öffentliche Ausgaben für Altersleistungen, Quelle Global Pension Report

Nur wenige Länder, wie etwa Dänemark, Schweden oder die Niederlande (die die ersten 3 Plätze im oben zitierten Report einnehmen) scheinen für die demographischen Veränderungen („Überalterung“) ihrer Bevölkerung gut gerüstet.
Im Report finden Sie die links befindliche Graphik, in der Österreich einen Spitzenplatz einnimmt, konkret bei den öffentlichen – also jene der Steuerzahler - Ausgaben für Altersleistungen!

Den Global Pension Report können Sie hier herunterladen…


Berater:innen sollten obige Zahlen und Fakten Ihren Kunden und Kundinnen im Beratungsgespräch vorlegen. Um weiter Problembewusstsein zu schaffen, können Sie außerdem anhand des Pensionskontos die Ist-Situation erklären. Und sachlich informieren, dass an einer Absicherung des gewohnten Lebensstils durch eine ergänzende 2. und 3. Säule kein Weg vorbeiführt.


Quellen: DER STANDARD, Riscontrol, Global Pension Report





Dies ist ein Beitrag des aktuellen BAV-Newsletters.


Der Juni-Newsletter beinhaltet folgende Themen:
  • BU: Aktuelle Zahlen der Statistik Austria und Verkaufsargumente.
  • Pensionen: Nur jeder 4. vertraut dem staatlichen System. Reform-Ideen werden abgelehnt.
  • Die Anlagepläne der Österreicher. Was betreffend Inflation raten?
  • Wer Daten hat, hat Zugang zum Kunden. Wann kommen Amazon und Co?
  • RA Novotny zu „dark pattern“ und News zur Cookie-Gestaltung auf Webseiten.
  • Recommender Award bestätigt ausgezeichnete Kundenorientierung der Zurich.
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